Erotische Massage: Anleitung für Paare
Eine erotische Massage ist eine der schönsten Arten, sich Zeit füreinander zu nehmen. Du brauchst kein Studio und keine Ausbildung, nur warme Hände, ein gutes Öl und eine Stunde Ruhe. Hier zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie es geht.
- Dauer
- 45 bis 60 Minuten
- Raumtemperatur
- Etwa 24 Grad
- Bestes Einsteigeröl
- Süßes Mandelöl
- Wichtigste Regel
- Vorher reden
- Achtung
- Öl und Latexkondome vertragen sich nicht
Ein Ratgeber für erwachsene Paare. Ersetzt keine ärztliche Beratung bei Beschwerden.
Das brauchst du
Die halbe Wirkung einer erotischen Massage entsteht vorher: Wer friert, sich beeilt oder an das Handy denkt, kann nicht loslassen. Nimm dir zehn Minuten für die Vorbereitung.
- Ein gutes Massageöl. Welches passt, steht weiter unten.
- Zwei große Handtücher. Eins kommt unter den Körper, eins zum Zudecken.
- Eine feste Unterlage. Ein weiches Bett gibt nach. Besser ist ein festes Bett oder eine dicke Decke auf dem Boden.
- Einen warmen Raum. Etwa 24 Grad, denn wer still liegt, kühlt schnell aus.
- Gedämpftes Licht und leise Musik. Kerzen sind schön, aber lass sie nie unbeaufsichtigt brennen.
- Warme Hände und kurze Nägel. Halte die Hände vorher unter warmes Wasser.
- Zeit. Handys aus, Tür zu, nichts mehr vorhaben. Eine Dusche vorher entspannt euch beide.
Vorher kurz reden. Was ist heute okay, was nicht? Eine Minute Absprache macht die ganze Massage entspannter. Wie das ohne Peinlichkeit geht, steht unten unter Absprache.
Das richtige Massageöl
Ein gutes Öl gleitet, ohne zu kleben, und riecht dezent. Diese fünf eignen sich am besten.
| Öl | Gut für | Beachten |
|---|---|---|
| Süßes Mandelöl | Der Allrounder: gleitet gut, zieht langsam ein, fast geruchlos | Nicht bei Nussallergie |
| Jojobaöl | Empfindliche Haut, fettet wenig, hält lange | Etwas teurer, sparsam dosieren |
| Traubenkernöl | Leicht und dünn, gut für Einsteiger | Zieht schnell ein, öfter nachlegen |
| Kokosöl (fraktioniert) | Leicht, angenehmer Duft, bleibt flüssig | Normales Kokosöl wird bei kühlen Temperaturen fest |
| Massagekerze | Das Wachs schmilzt zu warmem Öl: schönes Ritual | Wachs kurz abkühlen lassen und am Handgelenk testen |
Öl und Kondome vertragen sich nicht. Öl macht Latexkondome porös, sie können reißen. Wenn ihr danach miteinander schlaft, wascht das Öl vorher ab oder nehmt Kondome aus Polyurethan. Für den Intimbereich eignet sich ein Gleitgel auf Wasserbasis besser als Massageöl.
Ätherische Öle wie Lavendel oder Ylang-Ylang gibst du nie pur auf die Haut, sondern nur ein paar Tropfen auf ein Basisöl. Teste jedes neue Öl vorher an der Innenseite des Unterarms.
Erotische Massage: Anleitung in 8 Schritten
Langsamer ist fast immer besser. Halte immer mit mindestens einer Hand Kontakt zur Haut, auch wenn du Öl nachnimmst.
Ankommen
Dein Gegenüber liegt auf dem Bauch, zugedeckt mit einem Handtuch. Leg beide Hände ruhig auf den Rücken und atmet ein paar Mal gemeinsam. So kommt ihr beide an.
Öl anwärmen
Gib etwas Öl in deine Handfläche und reibe die Hände aneinander, bis es warm ist. Tropfe Öl nie direkt auf die Haut: Kaltes Öl ist ein Schreck.
Rücken
Streiche mit flachen Händen langsam vom unteren Rücken zu den Schultern hinauf und an den Seiten zurück. Bleib links und rechts der Wirbelsäule und drück nie direkt auf sie.
Nacken und Schultern
Hier sitzt bei den meisten die größte Anspannung. Knete die Schultern sanft zwischen Daumen und Fingern und streiche den Nacken mit leichtem Druck nach oben aus.
Arme und Hände
Streiche von der Schulter bis zu den Fingerspitzen. Kreise mit dem Daumen über die Handfläche und nimm dir jeden Finger einzeln vor. Das fühlt sich überraschend intim an.
Beine und Füße
Lange, ruhige Striche von den Knöcheln nach oben, immer in Richtung Herz. Die Kniekehlen sparst du aus. Massiere die Fußsohlen mit festem Druck, denn zu leichter Druck kitzelt.
Umdrehen
Halt das Handtuch fest, während dein Gegenüber sich auf den Rücken dreht. Massiere jetzt Schultern, Dekolleté und Oberschenkel. Über den Bauch streichst du sanft im Uhrzeigersinn.
Ausklingen lassen
Werde langsam leichter, bis nur noch die Fingerspitzen über die Haut streichen. Deck dein Gegenüber danach zu und lasst euch Zeit. Was danach passiert, entscheidet ihr zusammen.
Fünf Techniken, die jeder lernen kann
Mehr brauchst du nicht. Wechsle zwischen ihnen, dann wird es nie eintönig.
- Streichen
- Lange, ruhige Bewegungen mit der ganzen Handfläche. Damit beginnst und endest du jeden Körperbereich.
- Kneten
- Muskeln sanft zwischen Daumen und Fingern greifen und wieder loslassen, wie Teig. Gut für Schultern und Oberschenkel.
- Kreisen
- Kleine Kreise mit den Daumen oder Fingerspitzen, zum Beispiel neben der Wirbelsäule oder auf den Handflächen.
- Federstriche
- Nur die Fingerspitzen berühren die Haut, ganz leicht. Am Ende einer Massage sorgen sie für Gänsehaut.
- Gleiten mit dem Unterarm
- Mit dem eingeölten Unterarm über Rücken oder Beine gleiten. Das fühlt sich großflächig und warm an.
Absprache: vorher reden, währenddessen spüren
Eine erotische Massage funktioniert nur, wenn sich beide sicher fühlen. Sprecht vorher kurz ab, was heute okay ist und was nicht. Das klingt unromantisch, nimmt aber den Druck: Wer weiß, woran er ist, kann sich fallen lassen.
Die Ampel
Viele Paare nutzen drei einfache Wörter: Grün heißt „genau so weiter“, Gelb heißt „langsamer“ oder „vorsichtiger“, Rot heißt „Stopp“. Wer massiert wird, darf jederzeit Rot sagen, ohne sich zu erklären.
Spüren statt fragen
Achte auf den Atem und die Muskeln deines Gegenübers. Wird der Atem tiefer, bist du richtig. Spannt sich etwas an, wirst du langsamer. So musst du nicht alle paar Sekunden „Ist das gut?“ fragen.
Häufige Fehler
- Zu viel Öl: Dann rutschen die Hände, statt zu gleiten.
- Zu schnell: Die meisten massieren doppelt so schnell, wie es sich gut anfühlt.
- Druck auf Wirbelsäule und Kniekehlen: Dort nie fest drücken.
- Den Kontakt verlieren: Eine Hand bleibt immer auf der Haut.
Wann ihr lieber verzichtet: bei Fieber, Entzündungen, offenen Wunden oder Sonnenbrand. Bei Krampfadern oder Thrombose drückst du nicht auf die Beine. In der Schwangerschaft klärt ihr eine Massage, besonders mit ätherischen Ölen, vorher ärztlich ab.
Danach: eine Geschichte zu zweit
Noch nicht müde? Lest euch gegenseitig eine sinnliche Geschichte vor. Tipps dazu bei den erotischen Geschichten.
- RomantischBeispiel
Die erste Nacht in Rom
- LesbischBeispiel
Die Galeristin
- RomantischBeispiel
Kerzenlicht
Häufige Fragen
Welches Öl ist am besten für eine erotische Massage?
Für Einsteiger süßes Mandelöl: Es gleitet gut, zieht langsam ein und ist günstig. Bei empfindlicher Haut ist Jojobaöl eine gute Wahl. Duftöle nur sparsam verwenden und vorher an einer kleinen Hautstelle testen.
Wie lange dauert eine erotische Massage?
Plant etwa 45 bis 60 Minuten ein, Vorbereitung nicht eingerechnet. Wichtiger als die Dauer ist, dass ihr nicht auf die Uhr schauen müsst: Handy aus, Tür zu.
Was ist der Unterschied zwischen erotischer Massage und Tantramassage?
Eine erotische Massage ist eine sinnliche Ganzkörpermassage, die Paare zu Hause einander geben. Die Tantramassage ist eine eigene Form, die sich auf Ideen aus dem Tantra beruft: sehr langsam, mit bewusster Atmung, und meist von ausgebildeten Masseurinnen und Masseuren angeboten.
Kann man Massageöl mit Kondomen benutzen?
Nein, nicht mit Kondomen aus Latex: Öl macht sie porös, und sie können reißen. Wenn ihr nach der Massage miteinander schlaft, wascht das Öl vorher ab oder nehmt Kondome aus Polyurethan.
Wie warm sollte der Raum sein?
Angenehm warm, etwa 24 Grad. Wer nackt und still liegt, kühlt schnell aus, auch wenn es dir selbst warm genug vorkommt. Ein zweites Handtuch zum Zudecken hilft.
Muss eine erotische Massage zum Sex führen?
Nein. Eine erotische Massage ist schön, wie sie ist. Manche Paare verabreden sogar vorher, dass es bei der Massage bleibt. Gerade das nimmt den Druck und macht sie oft intensiver.